Montag, 25. Mai 2015

Dual 1228, der kleine Große


Der 1228 ist ab 1974 der aufwändigste Wechsler mit der mittleren Platine. Der Tonarm ist dem des 1229 ebenbürtig, die komplexe Umschaltung der Tonarmhöhe an der Basis entfällt beim 1228, der korrekte VTA kann am Systemträger TK15 umgeschaltet werden. Der Plattenteller hat einen kleineren Durchmesser von 27 cm und ein geringeres Gewicht von 1,8 kg.

Dieser 1228 hatte die typischen Mängel fast aller Dual-Plattenspieler dieser Generation: Verharztes Fett, Plumpslift, aufgelöster Steuerpimpel und - auch ebenfalls typisch - eine geplatzte Lifthülse.

Der Synchronmotor lässt sich deutlich einfacher warten als die Dosenmotoren der großen Reibradspieler. Den Lagerspiegel habe ich gedreht und die Motorwelle geölt. Der Motor läuft nun noch ruhiger als ein überholter Dosenmotor.


Das Tellerlager ist als Kugellager ausgeführt:


Ich fette die Tellerlager mit Kugellagerfett. Eine Schmierung mit Öl erhöht zwar die Nachlaufzeit, die Laufruhe wird allerdings mit einem ordentlich gefetteten Lager wesentlich besser.


Kurvenrad und Lagerbrücke sind bei dem 1228 eine Einheit. Die Lagerbrücke ist aus Kunststoff gefertigt.


Die Liftstange vor dem Zusammenbau mit 500.000er Silikonöl geschmiert:


Hier ist der Tonarm mit Segment wieder eingebaut. Gut zu erkennen (rosafarben) der neue Steuerpimpel, dieser kann bei Schall und Crema bestellt werden.


Die Mechanik zur Drehzahlumstellung war ebenfalls verharzt, hier die gereinigten Einzelteile.


Geschmiert mit technischer Vaseline läuft die Geschwindigkeitsverstellung und die Pitch-Funktion wieder einwandfrei. Im Vergleich zum 1229 wurde auch hier mehr Kunststoff eingebaut.

Die flackernde Stroboskoplampe habe ich gegen eine LED-Lösung umgebaut, hier in der grünen Ausführung:


Der 1228 ist ein typischer Dual-Dreher seiner Zeit. Die Mechanik läuft sehr präzise und geschmeidig, der Tonarm ist klasse und der Antrieb ist noch leiser als der der 1219/1229. Im Innern sind einige Teile wie etwa die Lagerbrücke aus Kunststoff gefertigt, was aber der Qualität und der Haltbarkeit nicht beeinträchtigt. Was ein wenig fehlt ist natürlich diese massive Ausstrahlung der Spitzengeräte aus dem Hause Dual.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen