Montag, 19. September 2016

Aus Erfahrung gut: Telefunken TL 500


Ich habe in der Vergangenheit aus verschiedenen Quellen gelesen, dass die Telefunken TL 500 ganz besondere Lautsprecher sein sollen - dabei ist Telefunken nicht gerade der Name, der einem sofort einfällt, wenn es um hochwertige Lautsprecher geht. Meine Neugierde war geweckt, und glücklicherweise konnte ich ein Paar dieser Lautsprecher in weißer Ausführung ergattern.

Die TL 500 sind recht kompakte Zweiwege-Lautsprecher mit einem 20 cm Basslautsprecher der Firma Isophon (Typ P203S) und einer mit 38 mm ungewöhnlich großen Hochtonkalotte der Firma Seas (H087).


Die Lautsprecher sind sorgfältig gebaut, die Qualität entspricht dem, die auch andere Großserienhersteller wie Heco oder Braun in den 70ern gefertigt haben. Das Gehäuse meiner TL 500 ist dabei nicht in dem damals weit verbreiteten Nussbaum-Design gehalten, sondern in der Ausführung "perlweiß" (Zitat aus dem Telefunken-Katalog von 1973). Die Seitenteile sind mit einer recht strapazierfähigen weißen Folie versehen, sodass hier nach über 40 Jahren die Oberfläche noch sehr gut erhalten ist.


Die einzige Modifikation, die ich bei den Lautsprechern vorgenommen habe, ist der Tausch der fest verbauten DIN-Lautsprecherkabel gegen moderne Terminals.

Und nun das Wichtigste, der Klang: Die TL 500 sind sehr neutral bis leicht hell abgestimmte Lautsprecher - keineswegs gibt es hier den berüchtigten Badewannensound zu hören. Der Bassbereich ist auf der schlanken Seite, aber durchaus mit ausreichendem Fundament und knochentrocken. Absoluter Höhepunkt ist der sehr aufgeräumte Mittel- und Hochtonbereich. Erstaunlich, was der Seas-Hochtöner vor 40 Jahren schon leisten konnte. Die ebenfalls sehr gut abgestimmte RFT BR26 klingt im Vergleich weniger klar und lebendig; daher sind derzeit die TL 500 mein klarer Favorit!

Donnerstag, 16. Juni 2016

Neu eingetroffen: Shure D105 ED alias Shure M95 ED


Neu eingetroffen bei mir ist ein von Shure für Dual gebautes System D105 ED. Dieses System entspricht einem Shure M95 ED, das war seinerzeit das zweitgrößte System bei Shure, angesiedelt direkt hinter dem V15III. Dual verbaute zwei  Versionen des M95, eines wurde als M95-G LM unter anderem in den 1228 verbaut und besaß eine gefasste Nadel mit konischem Schliff. Das D105 ED hingegen hatte einen nackten Stein mit elliptischen Schliff. Verwirrend, oder?


Auf jeden Fall ist das M95 mit der originalen, elliptischen Nadel ein sehr gutes, feinauflösendes System, dass annähernd das Niveau eines V15III erreicht. Klanglich ist es komplett anders abgestimmt als die eher gemütlich klingende M75-Familie - der Bass ist weniger aufgedickt, die Höhen klarer, im ganzen also moderner. Mir gefällt's am Dual 1228 sensationell gut!

Donnerstag, 28. April 2016

Mit der Kraft der vier Herzen: Quadro-Kombi JVC 4VN-880 und VT-700


Heute wollte ich einmal einen JVC-Vierkanalverstärker aus der goldenen Zeit des Quadro-Audios vorstellen. Der Verstärker wurde gebaut, als der Weltmarktpreis für massives Aluminium anscheinend sehr niedrig war: Wo man hinschaut (und auch anfasst) befindet sich massives Aluminium, Fronten, Knöpfe, Zierleisten sind sämtlichst massiv.


Zusammen mit dem Tuner VT-700 ist der 4VN-880 eine wirklich schöne Kombination, und: an welchem anderen Gerät finden sich sonst noch gleich vier VU-Meter?

Der Verstärker ist interessanterweise teilweise mit Steckkarten aufgebaut, für die 70er Jahre ein sehr fortschrittliches Design. Die Endstufen leisten 4 x 25 Watt/8 Ohm oder gebrückt 2 x 50 Watt.

Man sollte sich von der geringen Leistungsangabe nicht täuschen lassen, der JVC kann meine eher wirkungsgradschwachen Lautsprecher deutlich über Zimmerlautstärke spielen lassen. Das Netzteil ist so dimensioniert, dass auch bei bassstarken Signalen dem Verstärker nicht die Puste ausgeht.


Wie weiter oben schon geschrieben: hier ist alles aus dem Vollen gefräst!


Der Verstärker hat zahlreiche Eingänge: Zwei Aux-Eingänge und ein Tape-Anschluss für den Vierkanalbetrieb, für den Stereobetrieb ebenfalls zwei Aux-Eingänge, zwei Phono-Eingänge (einer davon mit anpassbarem Eingangswiderstand) und ein Tape-Eingang. Seltsamerweise ist kein Eingang für einen Tuner vorhanden, der soll laut Bedienungsanleitung an den einen Aux-Eingang angeschlossen werden.