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Dienstag, 12. Juni 2018

Kopflos: Gebrochener Tonarmkopf beim Dual 1219

Kürzlich kam bei mir ein Dual 1219 mit einem typischen Transportschaden an:


Der Tonarm war in dem Paket nicht genügend gesichert, der Tonarmkopf hat den Transport nicht überlebt. Glücklicherweise konnte ich einen gebrauchten Tonarmkopf bekommen. Der Lack war zwar schon an den Ecken abgeplatzt und das Metallgitter verbogen aber ansonsten ist dieser einwandfrei.


Das Metallgitter ist nur aufgesteckt und kann leicht entfernt werden, indem man in Inneren des Kopfes die entsprechenden Stifte vorsichtig biegt.


Das Metallgitter habe ich gerichtet und den Lack mit ein wenig mattschwarzem Sprühlack erneutert.


Wieder montiert:


und an den Arm geschraubt:


Montag, 20. März 2017

Braun SK 2 - Update


Das kleine Braun-Radio ist zurück vom Lackierer - da es seinerzeit in verschiedenen Farben lieferbar war, habe ich mich für ein weißgrün (RAL 6019) entschieden!

Dienstag, 2. Februar 2016

Alles strahlt und funkelt neu ...


... aber ohne Scheuern und Bücken wie seinerzeit mit dem echten Wannenspray bekommt man leider keinen glänzenden Plattenteller!


Diesmal ist Thema, wie man den meist stark angelaufenen Plattenteller den originalen matten, seidenen Glanz verpasst. Glücklicherweise sind die Teller aus einem sehr robusten Material, sodass man hier zu recht aggressiven Mitteln greifen kann.


Ich konnte die besten Ergebnisse mit einer Kombination aus einem Schleifschwamm (aus dem Baumarkt), dem Putzstein von Dr. Beckmann und Never Dull. In dieser Reihenfolge angewendet, verschwindet zunächst der graue Belag, nach der Politur mit dem Putzstein und der Polierwatte erstrahlt der Teller im alten Glanz.

Das klappt natürlich auch bei den kleineren Tellern, hier am Beispiel eines 1228:


Falls sich die Gummimatte gelöst haben sollte, so klebe ich diese mit handelsüblichen Sprühkleber wieder an.


Auf keinen Fall sollte mit der oben beschriebenen Methode die empfindlichen Blenden auf dem Chassis oder die Blende auf der Tellermatte behandeln - diese wären hoffnungslos zerkratzt, Ausnahme ist hier die natürlich die massive Gußblende des 701 der ersten Generation.

Samstag, 9. Januar 2016

Saft und Kabel: Neues Netzkabel für Dual-Plattenspieler


Die Netzkabel der alten Dual-Plattenspieler entsprechen wirklich nicht mehr den heutigen Anforderungen, sie sind nur einfach isoliert, häufig wie auf dem Bild mit Lüsterklemmen oder sogar mit Isolierband geflickt. Häufiger Grund für das Flickwerk sind die nicht ganz so gebräuchlichen Stecker der Firma Amp. Diese wurden gecrimpt und sind daher nicht noch einmal verwendbar. Erfreulicherweise passen als Ersatz die Buchsen für die Stromversorgung von Festplatten in PCs, diese sind beispielsweise günstig bei Conrad erhältlich.


Die alten Stecker können mit Hilfe eines kleinen Schraubendrehers entfernt werden, die neuen Buchsen werden einfach auf ein neues Euro-Netzkabel (um 2,50 € im Baumarkt erhältlich) gecrimpt.


Die Anschlussbuchsen werden dann in das alte Steckergehäuse geclipst - fertig!

Dienstag, 1. Dezember 2015

Dual 1229: Einmal bitte wie neu - Teil 4 Mode Selector, Pimpel und Co


Nachdem der Geschwindigkeitsumschalter im vorigen Teil wieder zusammengebaut ist, präsentiert sich der 1229 wie auf dem Bild oben. Als nächstes wird nun der Tonarm montiert und dabei der Mode Selector überarbeitet.


Hier ein Bild von dem Segment mit eingesetztem Tonarm. Alle Teile sollten leicht gefettet werden, damit der Mode Selector nachher einwandfrei und gleichmäßig funktioniert. Die Antiskatingfeder klebe ich übrigens vor dem Ausbau mit einem kleinen Stück Klebeband am Segment fest, damit diese nicht herausfällt.


Die beiden Kugeln des Mode Selectors werden mit ein wenig Fett in die entsprechenden Öffnungen "geklebt". Nun kommt ein neues Gummi für den Mode Selector (hergestellt aus einer Quetschdichtung aus der Sanitärabteilung des Baumarktes) zum Einsatz.


Durch das neue Gummi werden die beiden Kugeln wieder in die entsprechenden Aussparungen in den Bolzen des Tonarms gedrückt. Bei einem brüchigen Gummi hat der Tonarm keinen definierten Fixpunkt im Segment und als Folge funktioniert die Automatik gar nicht oder wenig zuverlässig.


Bei einer Überholung des Mode Selectors schmiere ich in demselben Zug auch den Tonarmlift mit Silikonöl neu ab - damit eine zuverlässige Dämpfung des Liftes auch zukünftig gewährleistet ist.


Auf dem obigen Bild ist nun die Skating-Kompensation, der Liftbolzen und die Abstellschiene montiert.


Natürlich montiere ich auch einen neuer Steuerpimpel - der originale ist nach über 40 Jahren unrettbar zerbröselt. Erkannbar auf dem Bild sind zudem der nun montierte Haupthebel sowie der Lifthebel.


Die restliche Mechanik mit dem Dosenmotor ist nun schnell montiert, sparsam an allen notwendigen Stellen geschmiert läuft die Automatik präzise und mit leisem Klicken.

Dienstag, 10. November 2015

Dual 1229: Einmal bitte wie neu - Teil 3 Geschwindigkeitsumschalter


Beim Dual 1229-Plattenspieler kann man drei Geschwindigkeiteiten wählen und diese Geschwindigkeiten auch noch in einem Bereich von +/- 6% ändern. Die dafür zuständige Mechanik ist teilweise so verharzt, dass das Reibrad nicht mehr mit dem notwendigen Druck an zwischen Motorwelle und Teller gedrückt wird, dieses kann starken Schlupf oder sogar einen kompletten Stillstand des Tellers hervorrufen. Daher muss diese Mechanik komplett zerlegt, gereinigt, gefettet und wieder zusammengesetzt werden.


Hier die neu abgeschmierte, zusammengebaute Mechanik. Fotos vom Zusammenbauen konnte ich nicht machen, da für diesen Zusammenbau eigentlich schon drei Hände notwendig wären - zudem kann man hierbei auch beliebige Fehler machen, die natürlich erst nach dem Anziehen der letzten Schraube auffallen. Aber spätestens nach dem dritten Anlauf funktioniert die Geschwindigkeitsumschaltung wie erwartet.

Montag, 9. November 2015

Dual 1229: Einmal bitte wie neu - Teil 2 Tellerlager


Heute habe ich nur eine Kleinigkeit nämlich das Tellerlager neu geschmiert. Die Lagerbrücke habe ich demontiert, diese wird oben im Chassis mit zwei Schrauben befestigt. Nachdem man eine Hutmutter am Kurvenrad gelöst hat, fällt einem auch schon die Lagerbrücke entgegen und man kann das als Kugellager ausgeführte Tellerlager nach oben von der Lagerbrücke abziehen. An diesem Kugellager muss man nun drei Laschen vorsichtig aufbiegen und dann kann man die Einzelteile aus dem Gehäuse nehmen.


Nachdem ich sämtliche Teile gereinigt habe, habe ich das Kugellager wieder zusammengebaut und dabei großzügig mit Kugellagerfett geschmiert. Öl würde ich zum Schmieren nicht verwenden, da es zwar die Nachlaufzeit extrem erhöht, aber zum Schmieren von Kugellagern generell nicht geeignet ist und zudem auch zu erhöhtem Rumpeln des Lagers führt.


Die drei Laschen des Lagerkäfigs werden nun noch vorsichtig (!) zurück gebogen, das Lager zurück auf die Lagerbrücke gesetzt und ich bin für heute fertig!

Sonntag, 8. November 2015

Dual 1229: Einmal bitte wie neu - Teil 1 Übersicht und Motor




Derzeit bei mir auf der Werkbank: Ein Dual 1229, der nach rund vierzig Jahren komplett überholt werden soll. In einem ersten Schritt habe ich den Dual soweit es sinnvoll ist zerlegt und die einzelnen Teile von altem, verharztem Fett gereinigt.


Den Motor habe ich als erstes Stück demontiert. Dieses Exemplar scheint erst wenig gelaufen zu sein, die Motorwelle war so gut wie gar nicht eingelaufen. Mit ein wenig Politur war die Welle wieder blank.


Das untere Motorlager habe ich geölt, genauso wie ...


... das obere!


Mehr im nächsten Teil dieser Reparaturgeschichte!

Montag, 25. Mai 2015

Dual 1228, der kleine Große


Der 1228 ist ab 1974 der aufwändigste Wechsler mit der mittleren Platine. Der Tonarm ist dem des 1229 ebenbürtig, die komplexe Umschaltung der Tonarmhöhe an der Basis entfällt beim 1228, der korrekte VTA kann am Systemträger TK15 umgeschaltet werden. Der Plattenteller hat einen kleineren Durchmesser von 27 cm und ein geringeres Gewicht von 1,8 kg.

Dieser 1228 hatte die typischen Mängel fast aller Dual-Plattenspieler dieser Generation: Verharztes Fett, Plumpslift, aufgelöster Steuerpimpel und - auch ebenfalls typisch - eine geplatzte Lifthülse.

Der Synchronmotor lässt sich deutlich einfacher warten als die Dosenmotoren der großen Reibradspieler. Den Lagerspiegel habe ich gedreht und die Motorwelle geölt. Der Motor läuft nun noch ruhiger als ein überholter Dosenmotor.


Das Tellerlager ist als Kugellager ausgeführt:


Ich fette die Tellerlager mit Kugellagerfett. Eine Schmierung mit Öl erhöht zwar die Nachlaufzeit, die Laufruhe wird allerdings mit einem ordentlich gefetteten Lager wesentlich besser.


Kurvenrad und Lagerbrücke sind bei dem 1228 eine Einheit. Die Lagerbrücke ist aus Kunststoff gefertigt.


Die Liftstange vor dem Zusammenbau mit 500.000er Silikonöl geschmiert:


Hier ist der Tonarm mit Segment wieder eingebaut. Gut zu erkennen (rosafarben) der neue Steuerpimpel, dieser kann bei Schall und Crema bestellt werden.


Die Mechanik zur Drehzahlumstellung war ebenfalls verharzt, hier die gereinigten Einzelteile.


Geschmiert mit technischer Vaseline läuft die Geschwindigkeitsverstellung und die Pitch-Funktion wieder einwandfrei. Im Vergleich zum 1229 wurde auch hier mehr Kunststoff eingebaut.

Die flackernde Stroboskoplampe habe ich gegen eine LED-Lösung umgebaut, hier in der grünen Ausführung:


Der 1228 ist ein typischer Dual-Dreher seiner Zeit. Die Mechanik läuft sehr präzise und geschmeidig, der Tonarm ist klasse und der Antrieb ist noch leiser als der der 1219/1229. Im Innern sind einige Teile wie etwa die Lagerbrücke aus Kunststoff gefertigt, was aber der Qualität und der Haltbarkeit nicht beeinträchtigt. Was ein wenig fehlt ist natürlich diese massive Ausstrahlung der Spitzengeräte aus dem Hause Dual.

Sonntag, 11. Januar 2015

Sony Receiver STR-6065 LED Umbau


Der Sony STR-6065 ist ein wirklich schönes Gerät, leider ist die Beleuchtung seht dunkel und funzelig und bei Tageslicht kaum zu erkennen. Weiterhin sind die heutzutage erhältlichen Glühmittel nicht sonderlich haltbar, und für das Auswechseln der Skalenbeleuchtung muss bei dem Sony aufwändig die Frontblende demontiert werden. Daher entschloss ich mich, das Gerät auf LED umzubauen.

 Benötigt werden:
  • 2 Stück LED-Soffitten für die Skala, erhältlich beispielsweise bei eBay.
  • 1 Stück LED Lampe mit E10-Gewinde für das Instrument, möglichst breitstrahlend. Gibt's beim selben Anbieter wie die Soffitten.
  • Eine Diode, beispielsweise 1N4007. Diese richtet die Wechselspannung des Trafos gleich. LEDs können nur mit Gleichstrom betrieben werden, die vorher verbauten Glühlampen können sowohl mit Gleich- und Wechselspannung betrieben werden.
  • Einen Elektrolyt-Kondensator 16 Volt, 470 µF. Dieser Kondensator glättet nicht nur die Wechselspannung, sondern er lässt die LEDs auch sanft ein- und ausschalten. Anders als herkömmliche Glühlampen erzeugen LEDs das Licht sofort und müssen nicht erst eine Glühwendel zum Leuchten bringen. Mit dem Wert von 470 µF verzögert sich der Ein- und Auschaltvorgang ein wenig, das Ergebnis sieht das wirklich sehr natürlich aus.
Die Diode und den Kondensator habe ich an den Sockel der Instrumentenbeleuchtung gelötet. Diese LED ist mit Lampenlack gefärbt, sodass das Mitteninstrument passend grün beleuchtet wird.


Eingeschaltet:


Wie das Bild unten zeigt, sind die LED-Soffitten deutlich heller als herkömmliche Glühmittel:


Bei den Sonys dieser Baureihe sind die Kanten des Skalenglases ursprünglich grün eingefärbt. Diese Farbe ist im Laufe der Jahre verblichen oder abgeplatzt. Diese Kanten habe ich daher zweimal dünn mit grünem Lampenlack behandelt. Resultat ist eine gleichmäßig grüne Beleuchtung, durch die LEDs deutlich heller als ursprünglich, aber keineswegs kalt oder zu hell.

Bei Bedarf können die hier beschriebenen Modifikationen rückstandslos zurückgebaut werden, da keine großen Umbauten vorgenommen wurden!

Dienstag, 15. Juli 2014

Gehäusebau - Teil 3 der BR26-Reparatur


Hier nun der dritte und letzte Teil der BR26-Serie. Die ursprünglichen Gehäuse der BR26 waren in einem desolaten Zustand und waren weiterhin mit einer braunen Folie bespannt, die sich nur sehr widerwillig entfernen ließ. Daher baute ich neue Gehäuse mit identischen Innenmaßen. Die originalen BR26 haben ein Gehäuse aus 15 mm Spanplatte. Meine neuen Gehäuse habe ich aus 19 mm MDF gebaut, die Außenmaße sind deshalb einige Millimeter größer.

Die Platten habe ich vom Tischler auf Gehrung zuschneiden lassen:


Noch ein Unterschied zum Original: Ich habe ein Spiegelsymmetrisches Paar gebaut.


Die Ausschnitte für die Tieftöner der Frontplatte habe ich hinterfräst:


Gehäuse unlackiert ...


 ... und fertig lackiert!





Wie im Original sind die Chassis versenkt eingebaut.


Statt des fest eingebauten Kabels des Originals habe ich stabile Polklemmen verwendet. Die Innenverkabelung habe ich weitestgehend belassen, den sehr windigen Lötösen kann man guten Gewissens keine dickeren und schwereren Kabel zumute.



Und nun zum Klang: Die hervorragenden Eigenschaften der BR25/BR26-Reihe sind schon häufig beschrieben worden -  ich kann mich da nur anschließen. Bei diesem Lautsprecher klingt die Musik wie aus einem Guss, sehr natürlich mit Bässen, die nicht nur für die Größe des Tieftöners und des Gehäuses erstaunlich sind. Die Dynamik ist hervorragend und auch der erzielbare Schalldruck ist (mit meinem Sony STR-6065 mit 70 Watt/Kanal mehr als ausreichend.

Als einzige Schwäche könnte man der BR26 eine leicht Präsenzsenke und einen etwas zu lauten Hochtonbereich vorwerfen, allerdings bin ich mir nicht sicher, ob das nicht gerade den Charakter dieser Lautsprecher ausmacht.