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Donnerstag, 13. November 2014

Der Oberpräsidentenkaiser: Dual 701


Heute ein wenig Eye Candy: Duals Top-Plattenspier der frühen 70er Jahre, erster deutscher Direkttriebler. Mein absoluter Traum-701, mittlerweile mit einer Zarge in weißem Schleiflack - gebaut vor rund vierzig Jahren mit einem extrem hohen Aufwand, unvergleichlicher Haptik und einem beeindruckenden, geräusch- und rumpelfreiem Antrieb.

Dieser 701 ist aus den Resten von mittlerweile drei 701 der ersten und zweiten Generation entstanden. Die Zarge stammt von einem 601. Die massive Gußblende mit gravierter Beschriftung stammt von einem Gerät der ersten Generation ...


... das Shure V-15 Typ III von einem Gerät der zweiten. Mit der originalen VN-35-Nadel klingt es einfach nur hervorragend.


Die gesamte bewegte Masse beträgt bei dem 701 4,5 kg, 1,5 kg entfallen auf den Motor, 3 kg bringt der Teller auf die Waage. Komplett überholt wird dieser 701 sicherlich noch einmal 40 Jahre laufen!


Mittwoch, 8. Mai 2013

Dual 701 - Arm und Beinbruch

Kürzlich ist mir ein Dual 701 in einem bemitleidenswertem Zustand zugeflogen:




Auf dem oberen Bild kann man es nur erahnen, hier ein Bild mit der vollen Wahrheit; der Arm ist kurz hinter der Armbasis gebrochen:


Zusätzlich hat es auch noch das vertikale Kardan-Lager erwischt:


 Die Zarge ist großzügig mit anthrazitfarbigen Lack besprüht - auch die Kunststoffteile der Haubenautomatik und des Einbaurahmens - die Zarge konnte ich leider nur noch entsorgen.

Wahrscheinlicher Grund für die Entsorgung des Gerätes (dieses stammt von einem Recyclinghof) war ein explodierter "Knallfrosch", der dann auch die Sicherung hat auslösen lassen:



Glücklicherweise konnte ich ein 701-Schlachtgerät erwerben:
 

Der Arm ist intakt, der Motor laut Verkäufer nicht (konnte ich noch nicht überprüfen). Zusätzlich kam der 701 mit Zarge und Haube.

Erst einmal habe ich ein neues Netz- und Audiokabel gebaut:




Natürlich mussten auch die üblichen Wartungsarbeiten erledigt werden: Steuerpimpel, Schmier- und Wartungsarbeiten sowie die Tausch der Elkos auf der Steuerplatine, des "Knallfrosches" und Funkenlöschkondensator über dem Netzschalter:


Die Echtholz-Zarge habe ich mit Renuwell behandelt:



Glücklicherweise hatte ich noch eine originale Shure VN 35E-Nadel:


Mein erster Eindruck vom 701: Ein echter Dual, die Verarbeitung ist wie bei Duals aus dieser Zeit üblich hervorragend. Es zeigt sich auch einmal wieder, dass auch bei schwer misshandelten Geräten eine Überarbeitung in einem überschaubaren Rahmen bleibt - vom gebrochenen Arm bei diesem Exemplar einmal abgesehen. Ein Dual läuft zwar machmal nicht, aber wirklich kaputt sind diese eigentlich nie.

Ehrlicherweise muss ich sagen, dass mir mein 1229 noch eine Idee besser gefällt als der 701; die Mechanik funktioniert noch ein wenig präziser, der Tonarm hat keine schlechtere Qualität, der mächtige Motor kann den Plattenteller beim 1229 deutlich schneller antreiben. Faszinierend beim 701 bleibt natürlich der absolut lautlose und vibrationsfreie Antrieb, da hat der 1229 das Nachsehen.

Donnerstag, 14. März 2013

Dual Badewanne - CS 721


Der Dual 721 kam 1976 als Nachfolger des 701 als Duals Spitzenmodell auf dem Markt. Ausgestattet war er mit allem, was damals Staate-of-the-Art war: Elektronischer Direktantrieb, Vollautomatik, außenliegendes Stroboskop, höhenverstellbarer Tonarm mit 2x-Antiresonator und ein Shure V15III-System.




Gegenüber den vorigen Spitzenmodellen 1219/1229 und 701 verliert der 721 ein wenig in Punkto Haptik und Wertigkeit, der äußere Plattenteller wiegt beispielsweise "nur" noch 1,5 kg im Gegesatz zu den 3 kg des 1229 oder 701; zusammen mit dem als Innenteller agierenden Motor ist dennoch eine Gesamtmasse von über 3 kg vorhanden. Die Zarge wurde sehr schmal ausgeführt, unterhalb dieses dünnen Holzstreifens befindet sich eine mach unten verjüngende Kunststoffwanne. Diese doch sehr billig anmutende Wanne ist  dann auch wirklich der einzige ernstzunehmende Kritikpunkt. Die elektonische Regelung des Antriebs wurde gegenüber dem 701 nochmals verbessert und der Tonarm deutlich weiterentwickelt. Erstmalig ist ein Dual-Tonarm stufenlos in der Höhe verstellbar, die Absenkgeschwindigkeit des Lifts lässt sich regulieren und durch den Antiresonator lassen sich eine Vielzahl verschiedener Systeme verbauen.

Serienmäßig wurde das Spitzenklasse-System Shure V15III in der LM-Version für Dual-Klick verbaut:
 

Ein Sonus Gold Blue fühlt sich an dem Dual-Arm ebenfalls sehr wohl:


Die Nadelnachgiebigkeit eines Denon DL-110 ist schon fast ein wenig zu gering, klingt aber trotzdem: